Shopify B2B: Großhandel und Geschäftskunden im eigenen Shop verkaufen (2026)

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Shopify B2B: Großhandel und Geschäftskunden im eigenen Shop verkaufen

Du willst mit deinem Shopify Store nicht nur an Endkunden verkaufen, sondern auch an Händler, Wiederverkäufer oder Firmenkunden? Dann brauchst du eine B2B-Lösung. Shopify bietet inzwischen mehrere Wege, Geschäftskunden mit eigenen Preisen, Netto-Anzeige und Staffelrabatten zu bedienen. Von der einfachen App-Lösung bis zum nativen B2B-Modul in Shopify Plus.

⚡ Für Eilige

Shopify B2B funktioniert 2026 auch ohne Plus-Plan. Mit der richtigen App-Kombination verkaufst du Großhandel und B2C in einem Store. Netto-Preise, Staffelrabatte und Kauf auf Rechnung lassen sich für den deutschen Markt DSGVO-konform einrichten.

In diesem Guide zeige ich dir alle Optionen, erkläre die Unterschiede und helfe dir, die richtige Lösung für dein Budget zu finden. Ich habe in den letzten 10 Jahren dutzende B2B-Setups auf Shopify begleitet. Manche liefen sofort, manche waren ein Albtraum. Hier ist, was ich dabei gelernt habe.

Was ist Shopify B2B und für wen lohnt es sich?

Shopify B2B bezeichnet alle Funktionen und Lösungen, mit denen du über deinen Shopify Store an andere Unternehmen verkaufst. Statt an Endkunden (B2C) lieferst du an Händler, Wiederverkäufer, Großabnehmer oder Firmenkunden. Die bestellen größere Mengen, bekommen andere Preise und zahlen oft auf Rechnung.

Der B2B-E-Commerce in Deutschland wächst schnell. Laut Statista lag der Umsatz im deutschen B2B-Online-Handel 2025 bei über 470 Milliarden Euro. Fax und Telefon sterben aus. Endlich.

Shopify B2B lohnt sich besonders für:

  • DTC-Marken, die zusätzlich Großhandel machen wollen. Du verkaufst bereits an Endkunden und willst einen Wholesale-Kanal aufbauen, ohne einen zweiten Shop zu betreiben.
  • Hersteller mit Händlernetz. Deine Wiederverkäufer sollen online bestellen können, mit eigenen Preisen und Zahlungszielen.
  • Marken, die auf Faire oder Ankorstore verkaufen. Du willst die Abhängigkeit von Marktplätzen reduzieren und Händler direkt über deinen eigenen Shop bedienen.
  • Bestandskunden mit wachsendem B2B-Anteil. Die ersten Firmenkunden fragen nach Netto-Preisen und Mengenrabatt, du brauchst eine saubere Lösung.

Und nein, du brauchst nicht zwingend Shopify Plus für B2B. Es gibt App-Lösungen, die auf den günstigeren Plänen funktionieren. Dazu gleich mehr.

B2B vs. B2C: Die wichtigsten Unterschiede im Shop

Wenn du an Privat- und Geschäftskunden gleichzeitig verkaufen willst, musst du einige Unterschiede im Shop abbilden. Hier stolpern viele Shopify-Händler.

shopify b2b - B2B vs. B2C Unterschiede

Preisanzeige: B2C-Kunden sehen Bruttopreise inklusive Mehrwertsteuer. B2B-Kunden erwarten Netto-Preise ohne MwSt. In Deutschland ist das gesetzlich geregelt. Dein Shop muss also erkennen, wer gerade einkauft, und die Preise entsprechend anzeigen.

Zahlungsmethoden: Privatkunden zahlen per Kreditkarte, PayPal oder Klarna. Geschäftskunden erwarten Kauf auf Rechnung mit Zahlungszielen von 14, 30 oder 60 Tagen (Net Terms). Vorkasse bei größeren Bestellungen ist auch üblich.

Mindestbestellmengen und Staffelpreise: Im B2B sind Mindestbestellwerte normal. Ein Händler kauft nicht 1 Stück, sondern 50 oder 100. Staffelpreise belohnen größere Mengen: ab 10 Stück 10% Rabatt, ab 50 Stück 20%, ab 100 Stück 30%.

Produktsortiment: Nicht jedes Produkt ist für B2B-Kunden verfügbar. Manche gibt es nur in Großgebinden oder Displaypackungen. Andere sind exklusiv für Endkunden.

Steuerberechnung: Innerhalb der EU können Geschäftskunden mit gültiger USt-IdNr. steuerfrei einkaufen (Reverse Charge). Dein Shop muss die USt-IdNr. validieren und die Steuer automatisch entfernen.

Bestellprozess: B2B-Kunden bestellen regelmäßig die gleichen Produkte. Schnellbestellformulare, CSV-Upload und Nachbestellfunktionen sparen enorm viel Zeit.

Merkmal B2C B2B
Preisanzeige Brutto (inkl. MwSt.) Netto (exkl. MwSt.)
Bestellmenge Einzelstücke Großmengen + Staffelpreise
Zahlung Sofort (Karte, PayPal) Rechnung, Net 30/60
Steuer Immer MwSt. Reverse Charge möglich
Sortiment Vollständig Oft eingeschränkt/erweitert

4 Wege, B2B mit Shopify umzusetzen

Es gibt nicht die eine B2B-Lösung für Shopify. Je nach Budget, technischem Know-how und Anforderungen kommen verschiedene Ansätze in Frage.

shopify b2b - 4 Wege B2B mit Shopify

Weg 1: B2B-App im bestehenden Shop

Der einfachste und günstigste Einstieg. Du installierst eine B2B-App wie „B2B Wholesale Hub“, „Wholesale Pricing Discount“ oder „Eshop Guide B2B Europe“ in deinen bestehenden Shop. Die App erkennt eingeloggte Geschäftskunden anhand von Tags und zeigt ihnen andere Preise.

Vorteile: Schnell eingerichtet (oft unter einer Stunde), günstig (10-50€/Monat), funktioniert auf allen Shopify-Plänen.

Nachteile: Begrenzte Funktionalität, teilweise Theme-Anpassungen nötig, Preislogik liegt in der App statt nativ in Shopify.

Geeignet für: Einsteiger, kleine B2B-Volumina, zum Testen ob B2B für dich funktioniert.

Weg 2: Separater B2B-Shop

Du erstellst einen zweiten Shopify Store nur für Geschäftskunden. Eigenes Theme, eigene Preise, eigene Zahlungsmethoden. Separate URL.

Vorteile: Komplette Trennung, volle Kontrolle über das B2B-Erlebnis, keine Konflikte mit dem B2C-Shop.

Nachteile: Doppelte Shopify-Gebühren, doppelte Pflege (Produkte, Bilder, Beschreibungen), Bestandsynchronisierung nötig. Nervig.

Geeignet für: Shops mit sehr unterschiedlichen B2B- und B2C-Anforderungen, wenn die Zielgruppen komplett verschieden sind.

Weg 3: Shopify Plus mit nativem B2B-Modul

Seit 2022 bietet Shopify Plus ein eingebautes B2B-Modul. Du verwaltest Firmenprofile, Preislisten und Zahlungsbedingungen direkt im Shopify Admin. B2B- und B2C-Kunden nutzen denselben Store, sehen aber unterschiedliche Preise und Produkte.

Vorteile: Nativ in Shopify integriert, keine Drittanbieter-Apps nötig, Firmenprofile mit eigenen Preislisten, Zahlungszielen und Bestellhistorie.

Nachteile: Shopify Plus kostet ab 2.300$/Monat. Nicht gerade ein Schnäppchen. Und einige B2B-Features sind noch relativ neu.

Geeignet für: Established Brands mit ernsthaftem B2B-Geschäft, Unternehmen die bereits Shopify Plus nutzen, Shops mit vielen Geschäftskunden.

Weg 4: Headless B2B mit Shopify als Backend

Du nutzt Shopify als Backend (Produkte, Bestellungen, Zahlungen) und baust ein eigenes B2B-Frontend mit der Storefront API. Maximale Flexibilität, maximaler Aufwand.

Vorteile: Volle Kontrolle über jedes Detail, individuelle Bestellprozesse, Integration mit ERP und Warenwirtschaft.

Nachteile: Teuer, erfordert ein Entwicklerteam. Nichts für Einsteiger.

Geeignet für: Enterprise-Kunden mit komplexen Anforderungen und eigenem Dev-Team.

Meine Empfehlung: Starte mit Weg 1 (App-Lösung), wenn du weniger als 50 B2B-Kunden hast. Sobald der B2B-Umsatz wächst oder du mehr als 100 Geschäftskunden bedienst, lohnt sich der Umstieg auf Shopify Plus.

Shopify Plus B2B: Das native Modul im Detail

Das native B2B-Modul von Shopify Plus gibt es seit 2022. Seitdem hat Shopify massiv nachgelegt. 2025 hat sich der B2B-GMV (Gross Merchandise Value) laut Shopify verdoppelt. Das ist kein Nischenprodukt mehr.

shopify b2b - Shopify Plus B2B Features

Company Profiles (Firmenprofile)

Das Herzstück des B2B-Moduls. Für jedes Unternehmen legst du ein Firmenprofil an mit:

  • Firmenname und Kontaktdaten
  • Mehrere Standorte (z.B. Hauptsitz + Filialen, jeweils mit eigener Lieferadresse)
  • Zugewiesene Preislisten (jedes Unternehmen kann eigene Preise bekommen)
  • Zahlungsbedingungen (Net 30, Net 60, Vorkasse)
  • Steuernummer / USt-IdNr.
  • Bestellhistorie auf Firmenebene (nicht nur pro Nutzer)

Mitarbeiter loggen sich mit ihrem Account ein und bestellen im Namen der Firma. Praktisch: Auch neue Mitarbeiter sehen sofort die komplette Bestellhistorie des Unternehmens.

Preislisten und Kataloge

Du erstellst beliebig viele Preislisten. Jede Preisliste kann:

  • Prozentuale Rabatte auf den regulären Preis geben (z.B. -25% für Händler A)
  • Fixpreise für einzelne Produkte definieren
  • Staffelpreise nach Menge setzen (ab 10 Stück X€, ab 50 Stück Y€)
  • An bestimmte Firmenprofile zugewiesen werden

Du kannst einem Unternehmen auch mehrere Preislisten zuweisen. Shopify zeigt dann automatisch den besten Preis an. Praktisch, wenn du eine allgemeine Händlerpreisliste hast und zusätzlich kundenspezifische Sonderkonditionen vergibst.

Payment Terms (Zahlungsbedingungen)

Im B2B ist Kauf auf Rechnung Standard. Shopify Plus unterstützt:

  • Net 15, Net 30, Net 60, Net 90 (Zahlung innerhalb von X Tagen)
  • Sofortzahlung bei Auftragserteilung
  • Sofortzahlung bei Erfüllung (Rechnung wird erst bei Versand fällig)
  • Individuelle Zahlungsziele pro Firma

Shopify erstellt automatisch Entwurfs-Rechnungen (Draft Orders), die du vor dem Versand prüfen und anpassen kannst.

B2B-spezifischer Checkout

Wenn sich ein B2B-Kunde einloggt, ändert sich der gesamte Checkout:

  • Preise werden netto angezeigt
  • Nur B2B-Zahlungsmethoden sind verfügbar
  • Mindestbestellmengen und Mengenstaffelungen gelten
  • Versandoptionen können B2B-spezifisch sein (z.B. Spedition statt Paketdienst)

Shopify B2B einrichten: Schritt-für-Schritt

Egal welchen Weg du wählst, der grundlegende Prozess ist ähnlich. Hier ist die Anleitung für das native Shopify Plus B2B-Modul. Für App-Lösungen sind die Schritte vergleichbar, nur die Oberfläche sieht anders aus.

shopify b2b - Shopify B2B einrichten

Schritt 1: B2B aktivieren

In deinem Shopify Plus Admin gehst du zu Einstellungen → B2B. Dort aktivierst du das B2B-Modul. Ab diesem Moment hast du Zugriff auf den Bereich „Unternehmen“ in deiner Navigation.

Schritt 2: Firmenprofil anlegen

Gehe zu Kunden → Unternehmen → Unternehmen hinzufügen. Trage Firmenname, Adresse und Kontaktperson ein. Füge mindestens einen Standort hinzu (die Lieferadresse).

Schritt 3: Preisliste erstellen

Unter Produkte → Preislisten erstellst du eine neue Preisliste. Drei Optionen:

  • Prozentualer Rabatt auf alle Produkte (z.B. -30% auf den regulären Preis)
  • Feste Preise für einzelne Produkte oder Varianten
  • Staffelpreise mit Mengenregeln

Weise die Preisliste dem Firmenprofil zu.

Schritt 4: Zahlungsbedingungen festlegen

Im Firmenprofil legst du unter „Zahlungsbedingungen“ fest, ob der Kunde sofort zahlt, auf Rechnung kaufen darf und welches Zahlungsziel gilt. Net 30 (Zahlung innerhalb von 30 Tagen) ist der Standard in Deutschland.

Schritt 5: Steuereinstellungen konfigurieren

Für EU-Kunden mit gültiger USt-IdNr. aktivierst du die Steuerbefreiung im Firmenprofil. Shopify prüft die USt-IdNr. und entfernt die MwSt. automatisch beim Checkout.

Schritt 6: Testen

Lege einen Test-Account an und durchlaufe den kompletten Bestellprozess. Prüfe:

  • Werden die richtigen Preise angezeigt?
  • Stimmen die Zahlungsbedingungen?
  • Ist die Steuerbefreiung korrekt?
  • Funktioniert die Mindestbestellmenge?

Erst wenn alles passt, schaltest du den B2B-Zugang für echte Kunden frei. Nicht vorher.

Preislisten, Staffelrabatte und Netto-Anzeige

Die Preisgestaltung ist das Kernthema im B2B. Und der Bereich, wo die meisten Fehler passieren.

shopify b2b - Preislisten-Visualisierung

Netto vs. Brutto: So löst du das in Shopify

In Deutschland musst du Endkunden Bruttopreise zeigen (inkl. MwSt.) und Geschäftskunden erwarten Nettopreise (exkl. MwSt.). Shopify Plus löst das elegant: Der Shop zeigt standardmäßig Bruttopreise. Sobald sich ein B2B-Kunde einloggt, wechselt die Anzeige automatisch auf Netto.

Bei App-Lösungen auf den günstigeren Plänen hängt es von der jeweiligen App ab. Manche zeigen einen „Netto-Preis“ als separates Feld an, andere rechnen die MwSt. erst im Checkout heraus. Prüfe vor der App-Wahl, ob die Netto-Anzeige in Produktlisten und auf Produktseiten funktioniert. Nicht nur im Warenkorb.

⚠️ Achtung

Manche B2B-Apps zeigen Netto-Preise nur im Warenkorb, nicht auf Produktseiten. Das verwirrt Geschäftskunden und kostet dich Bestellungen. Vor der App-Wahl immer testen, wo genau die Netto-Preise erscheinen.

Staffelpreise richtig aufsetzen

Staffelpreise sind im Großhandel üblich und ein starker Anreiz für größere Bestellungen. Ein typisches Setup:

  • 1-9 Stück: Regulärer B2B-Preis (z.B. 8,00€ netto)
  • 10-49 Stück: 10% Rabatt (7,20€ netto)
  • 50-99 Stück: 20% Rabatt (6,40€ netto)
  • 100+ Stück: 30% Rabatt (5,60€ netto)

In Shopify Plus definierst du diese Staffeln direkt in der Preisliste. Bei App-Lösungen nutzt du die Staffelpreis-Funktion der jeweiligen App.

✅ Profi-Tipp

Setze die Staffeln so, dass der Sprung zur nächsten Stufe attraktiv ist. Wenn ein Kunde 8 Stück bestellt, muss der Preisvorteil ab 10 Stück groß genug sein. 5% Ersparnis reicht nie. 10-15% pro Stufe funktioniert besser.

Kundenspezifische Preise

Manche Geschäftskunden verhandeln individuelle Konditionen. Mit Shopify Plus erstellst du einfach eine eigene Preisliste für diesen Kunden. Du kannst sogar den regulären Prozent-Rabatt mit einzelnen Fixpreisen kombinieren: 25% auf alles, aber Produkt X kostet fix 12,50€.

Bei App-Lösungen funktioniert das meist über Kunden-Tags. Du taggst den Kunden mit „VIP-Wholesale“ und die App zeigt die zugehörigen Preise.

Die besten Shopify B2B Apps 2026

Nicht jeder braucht Shopify Plus. Hier sind die bewährtesten B2B-Apps für die günstigeren Shopify-Pläne.

shopify b2b - Shopify B2B Apps 2026

B2B Wholesale Hub

Eine der beliebtesten Wholesale-Apps mit über 1.000 Bewertungen. Bietet Kundengruppen-basierte Preise, Staffelrabatte und ein Schnellbestellformular. Einfache Einrichtung, schneller Support.

Preis: Ab ca. 25$/Monat
Besonders gut für: Shops die zum ersten Mal B2B anbieten

Wholesale Pricing Discount (B2B)

Ermöglicht individuelle Preislisten pro Kundengruppe, Mindestbestellmengen und Mengenstaffelungen. Unterstützt auch Net Terms (Kauf auf Rechnung) über eine Integration mit der Shopify Draft Orders API.

Preis: Ab ca. 20$/Monat
Besonders gut für: Shops mit mehreren Kundengruppen und unterschiedlichen Rabattstufen

Eshop Guide B2B Europe

Speziell für den europäischen Markt entwickelt. Unterstützt USt-IdNr.-Validierung, Netto-Preisanzeige und die steuerlichen Besonderheiten des EU-Binnenmarkts. Deutschsprachiger Support.

Preis: Ab ca. 29€/Monat
Besonders gut für: Deutsche und europäische Shops, die steuerkonform B2B verkaufen wollen

SparkLayer B2B

Eine Premium-Lösung, die ein komplettes B2B-Portal in deinen Shop integriert. Schnellbestellformulare, Preislisten, Bestellhistorie und Agent-Login (Vertriebsmitarbeiter können im Namen des Kunden bestellen).

Preis: Ab ca. 49$/Monat
Besonders gut für: Shops mit professionellem B2B-Geschäft, die noch nicht auf Shopify Plus wechseln wollen

Welche App wann?

  • Unter 20 B2B-Kunden, kleines Budget: Wholesale Pricing Discount
  • Europäischer Markt, steuerliche Anforderungen: Eshop Guide B2B Europe
  • Wachsendes B2B-Geschäft, viele Features nötig: SparkLayer oder B2B Wholesale Hub
  • Über 100 B2B-Kunden, ernsthafter Umsatz: Shopify Plus mit nativem B2B

Praxis-Tipps aus echten B2B-Projekten

Aus über 10 Jahren Shopify-Arbeit habe ich einiges gesehen, was bei B2B-Setups schiefgehen kann. Diese Fehler wiederholen sich ständig.

shopify b2b - Praxis-Tipps für B2B-Projekte

Fang klein an und skaliere

Ich sehe oft Händler, die sofort das komplette B2B-Setup mit ERP-Anbindung, automatischer Rechnungsstellung und Kundenportal planen. Monatelang passiert dann nichts, weil die Komplexität lähmt.

Besser: Starte mit einer einfachen App-Lösung und 5-10 Testkunden. Sammle Feedback. Finde heraus, was deine Geschäftskunden wirklich brauchen. Dann baust du aus. Die meisten B2B-Kunden sind pragmatischer als du denkst. Wenn die Preise stimmen und die Bestellung funktioniert, ist der Rest erstmal zweitrangig.

Trenne B2B und B2C visuell

Wenn sich ein Geschäftskunde einloggt, sollte sofort erkennbar sein, dass er im B2B-Bereich ist. Ein kleiner Banner „Großhandelspreise aktiv“ oder eine andere Farbgebung im Header reicht. Ohne diesen Hinweis sind Kunden unsicher, ob sie wirklich die richtigen Netto-Preise sehen.

Automatisiere die USt-IdNr.-Prüfung

Prüfe die Umsatzsteuer-ID deiner Kunden nicht manuell. Kostet Zeit und ist fehleranfällig. Shopify Plus validiert die USt-IdNr. automatisch über die VIES-Datenbank der EU. Bei App-Lösungen gibt es Apps wie „Exemptify“ oder „Sufio“, die das übernehmen.

Bestellformulare sind Gold wert

Im B2C stöbert der Kunde durch den Shop. Im B2B weiß der Kunde genau was er will. Er bestellt regelmäßig die gleichen Produkte. Ein Schnellbestellformular, in dem er Artikelnummern und Mengen eintippen oder eine CSV-Datei hochladen kann, spart enorm viel Zeit. Manche Kunden reduzieren die Bestellzeit damit um 80%.

Denk an die Retouren

B2B-Retouren sind anders als B2C. Größere Mengen, andere Konditionen, oft pauschale Vereinbarungen. Kläre die Retouren-Policy im Vorfeld und dokumentiere sie im Firmenprofil. Nichts nervt einen Geschäftskunden mehr als unklare Rückgabe-Regeln.

Versand und Logistik planen

Ab einer gewissen Bestellgröße macht Paketversand keinen Sinn mehr. Paletten per Spedition sind im B2B üblich. Richte dafür eigene Versandprofile in Shopify ein. Mit Shopify Plus kannst du B2B-spezifische Versandtarife definieren, die nur für Geschäftskunden gelten.

❓ Häufige Fragen zu Shopify B2B

F: Brauche ich Shopify Plus für B2B?

Nein, nicht zwingend. Für den Einstieg reichen B2B-Apps auf den günstigeren Shopify-Plänen (Basic, Shopify, Advanced). Shopify Plus mit dem nativen B2B-Modul lohnt sich ab ca. 100 aktiven Geschäftskunden oder wenn du erweiterte Features wie Firmenprofile, Payment Terms und kundenspezifische Kataloge brauchst.

F: Kann ich B2B und B2C in einem Shopify Store kombinieren?

Ja. Sowohl Shopify Plus als auch die meisten B2B-Apps erlauben den Betrieb von B2B und B2C in einem einzigen Store. B2C-Kunden sehen die regulären Bruttopreise, eingeloggte B2B-Kunden sehen ihre individuellen Netto-Preise und Konditionen.

F: Was kostet Shopify B2B?

Die Kosten hängen vom gewählten Weg ab. B2B-Apps kosten zwischen 10 und 80€ pro Monat zusätzlich zu deinem Shopify-Plan. Shopify Plus mit nativem B2B startet bei 2.300$/Monat. Für die meisten kleineren Händler ist die App-Lösung der wirtschaftlichere Einstieg.

F: Wie zeige ich B2B-Kunden Netto-Preise an?

In Shopify Plus wechselt der Shop automatisch auf Netto-Anzeige, wenn sich ein B2B-Kunde einloggt. Bei App-Lösungen hängt es von der jeweiligen App ab. Achte darauf, dass die Netto-Preise nicht nur im Warenkorb, sondern auch auf Produktseiten und in Produktlisten angezeigt werden.

F: Kann ich Kauf auf Rechnung für B2B-Kunden anbieten?

Ja. Shopify Plus unterstützt Payment Terms (Net 15, Net 30, Net 60, Net 90) nativ. Bei den günstigeren Plänen kannst du Draft Orders nutzen oder Payment-Apps wie „Sufio“ einsetzen, die Rechnungen mit Zahlungsziel erstellen.

F: Wie validiere ich die USt-IdNr. meiner B2B-Kunden?

Shopify Plus prüft die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer automatisch über die VIES-Datenbank der Europäischen Kommission. Auf den günstigeren Plänen gibt es Apps, die das übernehmen. Die manuelle Prüfung über die VIES-Website funktioniert auch, ist aber bei vielen Kunden zu aufwändig.

F: Welche Shopify B2B App ist die beste für Deutschland?

Für den deutschen und europäischen Markt ist die Eshop Guide B2B Europe App eine gute Wahl, weil sie speziell für EU-Steuerrecht und Netto-Preisanzeige entwickelt wurde. Für rein englischsprachige Märkte sind B2B Wholesale Hub und SparkLayer bewährt.

Fazit: So startest du mit Shopify B2B

🎯 Fazit

Shopify B2B ist technisch kein großes Ding. Die Plattform hat inzwischen solide Lösungen für jede Größe. Vom Einsteiger mit 5 Großhandelskunden bis zum Enterprise mit hunderten Firmenkonten.

shopify b2b - Welche B2B-Lösung passt zu dir?

Starte einfach. Eine App-Lösung für 25€ im Monat reicht für den Anfang locker. Wenn dein B2B-Geschäft wächst und du mehr brauchst (Firmenprofile, Payment Terms, eigene Kataloge), steigst du auf Shopify Plus um.

Deine nächsten Schritte:

  1. Entscheide dich für einen Weg (App oder Shopify Plus), basierend auf Budget und Anzahl deiner B2B-Kunden
  2. Richte Preislisten ein mit Staffelrabatten, die den Sprung zur nächsten Stufe attraktiv machen
  3. Teste den kompletten Bestellprozess aus Sicht eines Geschäftskunden
  4. Starte mit 5-10 Kunden und sammle echtes Feedback
  5. Skaliere schrittweise, nicht alles auf einmal

B2B ist für viele Shopify-Händler eine unterschätzte Wachstumschance. Höhere Warenkörbe, regelmäßige Bestellungen, langfristige Geschäftsbeziehungen. Die technische Umsetzung mit Shopify ist einfacher als die meisten denken.

Severin Bro

Severin Schweiger ist Shopify-Experte und spezialisiert auf KI-gestützte Automatisierungen im E-Commerce. Seit über 10 Jahren arbeitet er mit Shopify und unterstützt Stores dabei, Prozesse zu automatisieren, Conversion zu steigern und Wachstum systematisch zu skalieren.

Er hat mehr als 80 Shopify-Stores bei der Implementierung und Optimierung von Automations- und Funnel-Systemen begleitet, mit klarem Fokus auf Effizienz, Skalierbarkeit und messbare Ergebnisse.

Sein Fokus liegt darauf, E-Commerce-Unternehmern zu zeigen, wie sie mit intelligenten Shopify- und KI-Workflows manuelle Arbeit eliminieren, verlorenen Umsatz zurückholen und sich vollständig auf Wachstum und strategische Entscheidungen konzentrieren können.